Nachbar im Krieg - Österreich und der Jugoslawienkrieg
Zum ersten Mal seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges wird Europa mit den Jugoslawienkriegen wieder Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen - direkt an der Österreichischen Grenze.
Zum ersten Mal seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges wird Europa mit den Jugoslawienkriegen wieder Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen - direkt an der Grenze zu Österreich. Der Krieg beginnt mit den Unabhängigkeitserklärungen Sloweniens und Kroatiens am 25. Juni 1991, einen Tag später rollen die Panzer. In den viereinhalb Jahren kommen zehntausende Menschen ums Leben, hunderttausende müssen ihre Heimat verlassen, ganze Städte und Landstriche werden verwüstet. Jugoslawien ist nicht mehr. Begleitet von sogenannten "ethnischen Säuberungen" stellt der Jugoslawienkrieg einen neuen Zivilisationsbruch inmitten Europas dar, dessen Narben noch immer nicht zur Gänze geheilt sind.
Österreich erlebt den Krieg als Nachbar. Ein Übergreifen der kriegerischen Auseinandersetzungen auf österreichisches Territorium findet glücklicherweise nicht statt, doch rund 7.000 Soldaten und schweres Geschütz werden an die slowenisch-österreichische Grenze verlegt. Der Sicherungseinsatz rund um die Grenzorte Bleiburg, Spielfeld und Bad Radkersburg ist der erste und bisher auch letzte seiner Art seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Es sind ungewisse und angespannte Tage.
Nach zehn Tagen ist der Krieg in unmittelbarer Nachbarschaft zu Österreich beendet, in anderen Teilen Jugoslawiens weitet sich dieser jedoch aus, radikalisiert sich gar. Durch die Jahrhunderte lange Verbundenheit, die Österreich mit dem Balkanraum pflegt, sieht sich die österreichische Politik verpflichtet, auf diplomatischem Wege zu vermitteln. Wie mit kriegerischen Auseinandersetzungen politische umzugehen sei, wird in der Folge zum Zankapfel innerhalb der rot-schwarzen Koalition.
Die ORFIII-Neuproduktion "Nachbar im Krieg. Der Jugoslawienkrieg und Österreich" dokumentiert einen Krieg, der nicht nur den Balkan nachhaltig veränderte, sondern auch maßgeblichen Einfluss auf Österreich hatte.

