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Karl Seitz - Vom Waisenknaben zum Präsidenten
Baumeister:innen der Republik

Karl Seitz - Vom Waisenknaben zum Präsidenten

Karl Seitz war 16 Jahre lang amtierende Parteivorsitzender der Sozialistischen Partei Österreichs und 11 Jahre lang Bürgermeister von Wien.

Karl Seitz war gemeinsam mit Bruno Kreisky der am längsten amtierende Parteivorsitzender der Sozialistischen Partei Österreichs und zwar 16 Jahre lang. Und das in der stürmischen Zeit von 1918 bis 1934 in der ersten Republik, Und trotzdem ist er nicht die allgemein anerkannte historische Galionsfigur der Sozialdemokratie sondern seine Rolle war es, die Geschlossenheit der Partei zu erhalten. Vor allem war er Pragmatiker, dem strategische Diskussion eher fremd war. Weil er selbst in seiner Jugend viel Armut erlebt hat, setzt er alles daran, die Lebensbedingungen der arbeitenden Menschen zu verbessern. Er war kein großer Intellektueller, aber ein selbstloser Kämpfer für eine bessere Welt, er war einer, der den Menschen nah sein wollte, ohne sich all zu sehr in den Vordergrund zu stellen. Ihm lag Opportunismus fern. Dafür bezahlte er mit Verfolgung und Leid. Er war einer, der ein Aushängeschild der österreichischen Sozialdemokratie war, und er war vor allem einer, der seine Lebensaufgabe darin sah, aus Wien eine Stadt nicht nur für Besitzende, sondern für alle Menschen zu machen.