Habsburgs geheimes Schließfach - Die Odyssee der Juwelen
Am 6. November 2025 berichten sowohl die "New York Times" als auch der "Spiegel" vom überraschenden Wiederauftauchen eines Kunstschatzes, der mehr als ein Jahrhundert lang als verschollen galt. Der Familienschmuck der Habsburger – darunter die Diamantkrone von Kaiserin Elisabeth sowie der sagenumwobene 137-Karat-Diamant "Florentiner" – befand sich demnach jahrzehntelang unbemerkt in einem Bankschließfach in Kanada.
Am 6. November 2025 berichten sowohl die "New York Times" als auch der "Spiegel" vom überraschenden Wiederauftauchen eines Kunstschatzes, der mehr als ein Jahrhundert lang als verschollen galt. Der Familienschmuck der Habsburger – darunter die Diamantkrone von Kaiserin Elisabeth sowie der sagenumwobene 137-Karat-Diamant "Florentiner" – befand sich demnach jahrzehntelang unbemerkt in einem Bankschließfach in Kanada. Österreichs letzte Kaiserin Zita hatte die Kostbarkeiten eigenhändig dort deponiert und verfügt, dass ihr Aufenthaltsort streng geheim bleiben sollte. Ihre Söhne Robert und Rudolph bewahrten dieses Geheimnis und gaben es erst kurz vor ihrem Tod an ihre eigenen Söhne weiter. Karl Habsburg, der heutige Chef des Hauses Habsburg, erfuhr nach eigener Aussage erst 2024 von der Existenz des Depots. Mittlerweile wurde die Echtheit der Schmuckstücke bestätigt, und zunächst sollen sie in Kanada öffentlich gezeigt werden.
Doch nicht alle Preziosen, die 1918 aus der Wiener Hofburg geschafft wurden, sind wieder aufgetaucht: Von Sisis Diamantkrone fehlt laut der Familie Habsburg weiterhin jede Spur. Was ist mit den übrigen Schmuckstücken geschehen, die die kaiserliche Familie auf ihrer Flucht mitnahm? Und vor allem: Sind die Eigentumsverhältnisse tatsächlich so eindeutig, wie Karl Habsburg behauptet?
Trotz umfangreicher Aktenstudien und einer detektivischen Spurensuche in der monarchischen Vergangenheit Österreichs bleiben viele Fragen weiterhin ungeklärt. In einer aufwendigen historischen Rekonstruktion verfolgt Regisseur Wolfgang Winkler in seiner neuen Dokumentation die verschlungenen Wege der Juwelen und lässt führende Expertinnen und Experten zur rechtlichen Bewertung der Ereignisse zu Wort kommen. Der Film erzählt die letzten Tage der Habsburgermonarchie als packendes Historiendrama, in dem Loyalität, Machtinteressen und Verzweiflung aufeinandertreffen. Zwischen der ins Exil getriebenen kaiserlichen Familie, undurchsichtigen Juwelenhändlern und einem internationalen Geflecht von Mittelsmännern entfaltet sich eine Geschichte voller Intrigen – mit Figuren wie dem raffinierten Sekretär Bruno Steiner de Valmont, dem Zürcher Juwelier Alphonse Sondheimer und den Pariser Diamantenhändlern Bienenfeld im Mittelpunkt. ORF III, 18.11.2025, 20:15