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Frei und ungeteilt - 100 Jahre Kärntner Abwehrkampf und Volksabstimmung
Dokumentarfilme

Frei und ungeteilt - 100 Jahre Kärntner Abwehrkampf und Volksabstimmung

ORF III-Zeitgeschichte erzählt von einem Kärntner Jahrhundert voller Konflikte und Zerwürfnisse, in das Gemeinsame dem Trennenden vorgezogen wurde.

Als im November 1918, nach vierjährigen Kampfhandlungen, der Erste Weltkrieg zu Ende geht, ist die Habsburgermonarchie, der Vielvölkerstaat mit seinen über fünfzig Millionen Menschen, bereits im Untergang begriffen. Österreich-Ungarn ist nicht mehr, neue Staaten mit neuen Grenzen entstehen. So auch im Süden der einstigen Monarchie. Hier, an den Karawanken, gehen die Kampfhandlungen nahezu nahtlos weiter, südlich des Wörthersees rücken Truppen des neu gegründeten Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen in Kärnten ein - der Kärntner Abwehrkampf hat gewonnen. Auch hier geht es um einen Konflikt um Grenzen, auch hier ist nicht eindeutig, wo die neuen Grenzen gezogen werden sollen: nach historischen, nach geografischen oder gar nach ethnischen Grundsätzen? Denn über Jahrhunderte lebten deutschsprachige wie slowenischsprachige Kärntnerinnen und Kärntner neben- und miteinander. Welche Sprache gesprochen wurde und welcher Volksgruppe spielte de facto keine Rolle - erst Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das slawische Drängen auf Gleichstellung im deutsch dominierten Kärnten lauter. Hier beginnt das Zeitalter des Nationalismus - auf beiden Seiten. Nach dem Ersten Weltkrieg brechen diese lange schwelenden Konflikte offen zu Tage. Innerhalb kürzester Zeit können slawische Truppen weite Teile Südkärntens besetzen, erst nachdem die provisorische Landesregierung den bewaffneten Widerstand beschließt, können diese wieder zurückgedrängt werden. Dies verschafft Zeit, und auch ein Umdenken bei den Alliierten Siegermächten. Die Lage bleibt aber unübersichtlich: wo soll die neue Grenze gezogen werden? Darüber bestimmt der Alliierte Rat in St. Germain, der zum Entschluss kommt, die Kärntner Bevölkerung selbst über ihre Zugehörigkeit entscheiden zu lassen - es wird eine Volksabstimmung für den 10. Oktober 1920 festgesetzt. Die Monate davor sind von einer außerordentlichen Propaganda- und Werbetätigkeit geprägt, beide Seiten versuchen mit modern gestalteten Plakaten und Flugzetteln zu überzeugen. 59% stimmen am 10. Oktober 1920 für den Verbleib bei Österreich - auch eine Vielzahl der Kärntner Sloweninnen und Slowenen spricht sich für die "alte" Heimat aus und erteilt damit nationalen Argumenten eine klare Absage. Kärnten bleibt "frei und ungeteilt", wie die politische Losung seit nunmehr hundert Jahren lautet. Auch in der Zeit des Ortstafelstreits, der als eine Folge der Kärntner Volksabstimmung die für beendet gedachten ethnischen Konflikte wieder an die Oberfläche spült. Heute, hundert Jahre nach der Abstimmung, nach der Annäherung der beiden Staaten Österreich und Slowenien durch den beiderseitigen EU-Beitritt, scheinen die einst tiefen Gräben nahezu überwunden, und wirken dennoch stark in die Gegenwart hinein.

ORF III-Zeitgeschichte "Frei und ungeteilt - 100 Jahre Kärntner Abwehrkampf und Volksabstimmung" erzählt von einem Kärntner Jahrhundert voller Konflikte und Zerwürfnisse, in das Gemeinsame dem Trennenden vorgezogen wurde.

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